Die Ebene 103


Maria und ich sitzen auf dem Boden vor meinem Bett und starren auf den Monitor. Wir haben uns die zerberstende Wirbelsäule noch ein paar Mal angeschaut. Nix neues.

„Was ist eigentlich zwischen dir und der Deutschen?“

„Was soll sein? Ich weiß es nicht?“

„Bist du in sie verliebt?“

„Glaub nicht.“

„Was dann?“

„Was soll ich sagen?“

„Na da muss doch was sein.“

„Bin mir nicht so sicher.“

„Was heißt das? Nicht so sicher?“

Oh bravo! Kreuzverhör! Noch mehr Fragen! Nur das niemand mit den Antworten zufrieden ist. Anders als die Bäckersfrau, die man mit „3-Kornbrötchen“ oder „Kaiserbrötchen“ glücklich macht.

„Na mal so, mal so.“

„Sie ist schon ein geiles Weib.“

Ich vergaß. Maria mag beide Seiten.

„Sie sieht gut aus.“

„Was mehr fällt dir nicht ein. Duz springst mit ihr ins Bett und alles was du sagst ist. Sie sieht gut aus.“

Ich stöhne, hole noch ein Bier. Maria schüttelt ihre Flasche, um mir zu zeigen, dass noch was drin ist. Warum Frauen das machen? Genau kucken reicht doch. Man muss das Bier doch nicht schaler machen, als es ist. Ich setze mich wieder neben sie.

„Du gefällst mir.“

Ich schaue sie an. Sie mich auch. Bevor es zu romantisch wird, setze ich die Flasche an. Statt böhmischem Bier hätte ich jetzt lieber eine italienische Zunge in meiner Kehle. Ich setze ab. Maria schaut mich noch immer an. Ihre Hand nähert sich meinem Schritt und ich zucke unwillkürlich zusammen. Sie lacht kurz auf. Wie über einen guten Witz. Ich muss auch lachen. Wir lachen beide. Sekunden später wälzen wir uns über den Fußboden.

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