Die Ebene 98


Nach drei weiteren Stunden gebe ich ratlos auf. In der Zentrale schaue ich, ob Smerg vielleicht Zeit hat oder Maria oder Sylvia. Nur Maria sagt zu, in einiger Zeit mitzukommen. Seit einigen Tagen wird die Stimmung immer gedrückter. Kein Wunder. Niemand macht in irgendeiner Richtung einen Fortschritt. Ich setze mich wieder mal auf einen der Sessel und schaue mir die Bilder auf den Monitoren an. Die Ebene zwischen den beiden Sternen wird immer dichter. Was vor einigen Wochen kaum wahrnehmbar war, ist jetzt zu einem dichten Schleier geworden Ist schon toll, was da draußen alles so los ist. Langsam versteh ich meinen Trupp Geistesgrößen. Es muss toll sein, das da draußen zu verstehen. Blöd, dass ich mich nie richtig dafür interessieren konnte. Klar ich habe über diese Dinge geschrieben und berichte ja auch über unsere Expedition. Doch im Grunde ist mir das alles Scheiß egal. Zumindest weit gehend. Vielleicht liegt es daran, dass mir Wissen zu vergänglich ist. Weiß man heute, dass die Erde eine Scheibe ist, so ist sie morgen eine Kugel und bald darauf ein Ei usw.. Immer gibt es die gleichen Glaubenskriege zwischen den einen, die das wissen und den anderen, die dies wissen. Ich habe auch nie verstanden, das Ganze als Spiel zu nehmen und die Meinungsverschiedenheiten in der Wissenschaft als eine Art Sport zu betrachten. Für mich ist das Hin und Her einfach eine gigantische Zeitverschwendung. Es ist klar, dass man mit so einer Einstellung nicht gerade viele Geistesreichtümer einsammelt. Somit zehre ich bei meinen Reportagen und Berichten von meinem Schulwissen und ein paar Kursen während des Studiums. Das erschreckende ist: Es reicht.

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