Die Ebene 89


Auch wenn Smerg so was wie mein Freund ist: Diese Wissenschaftler kotzen mich manchmal ziemlich an. Kann der mir nicht irgendeine Hausnummer nennen? Auch wenn die falsch ist. Ist doch Scheißegal. Ich kann´s eh nicht kontrollieren. Oder glaubt der, dass ich draußen mit einem Zollstock rum springe und das Raumloch suche. Bleib ich doch lieber hier und schau mir die tollen Bilder der Meteoriten an, die jetzt recht gemächlich auf uns zu kriechen.

„Äh, wie kann das eigentlich sein, dass unsere Zeitanzeige langsamer läuft?“ Ich muss aufpassen, sonst schmeißen die mich hier wirklich noch raus, weil ich mich benehme wie der Klugscheißer aus der Nachbarklasse.

Doch diesmal habe ich wirklich was entdeckt.

„Was meinst du?“ Tausendschönchen.

„Na, die Zeitanzeige, die anzeigt, wie lange es noch dauert, bis wir Feindberührung haben.“  Ich bin immer noch ein bisschen auf Dope, seit ich weiß, dass ich länger leben werde, als vorgesehen.

„Hmm, das könnte eines der fehlenden Glieder sein. Miller, äh besser Ben! Wieviele Uhren haben wir hier an Bord?“

„Hab sie nie gezählt.“ Wastl Ben ist ganz schön frech und die Deutsche ist nicht Mundlahm:

„Dann zählen Sie sie! Ich brauch eine Projektion, die mir anzeigt, wo die Uhren im Schiff sind und welche Uhrzeit sie anzeigen“

Ben macht ein bisschen rum. Ich kann nicht genau erkennen, was er macht, aber das ist kein Wunder bei einem modernen Raumschiff. Schade eigentlich. Hätte gerne mitreden wollen. Was ist nur los mit mir? Ich denke wie ein vollspakko Clown. Sollte mich mal nach einer Narrenkappe umschauen, damit die anderen wissen wo sie dran sind.

Bens Uhrenprojektion schiebt die tollen Meteoritenbilder beiseite und ich bin versucht, ihn davon abzuhalten. Weitergucken ruft irgendwas in mir. Doch ich kann mich beherrschen. Noch bin ich Herr im Haus und nicht der Narr, der mir all diese merkwürdigen und sehr lustigen Gedanken in den Kopf treibt. Bitte die Leserin für alle weiteren nicht zu meiner Persönlichkeit passenden Anmerkungen eine gute Ausrede zu finden und mir zu verzeihen. Es wird schon wieder gut. Nichts dauert ewig. Ach so Bens Uhrenprojektion zeigt übrigens 178 Uhren, die alle eine andere Uhrzeit anzeigen. Zumindest, wenn man das auf die siebte Stelle hinter dem Komma ernst nimmt.

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