Die Ebene 88

„Hei ihr zwei! Fällt euch nichts auf?“

rufe ich immer noch besoffen von dem Gedanken, dass wir gerettet sind. Der Schwede schaut mich giftig an:

Nicht jeder hier an Bord ist so blöd wie Sie! Wir haben es hier mitnichten mit einem stabilen Zustand zu tun. Es ist ein Raumloch in das wir geraten sind und wir wissen nicht wie groß es ist. Also halten Sie die Klappe und lassen uns arbeiten.“

Das saß. Reumütig schaue ich mich nach Verbündeten um. Doch alle sind beschäftigt und Sylvia schaut auch ratlos drein. Ich wende mich an Smerg, der weiter die Meteoriten im Auge behält.

„Hei, sach mal, was geht denn hier ab? Was ist denn ein Raumloch?“

Smerg hebt kurz die Augenbrauen, dann fängt er an zu dozieren, ohne sein Teleskop aus den Augen zu lassen:

„Ein Raumloch ist die etwas lockere Bezeichnung für eine Erscheinung, die es nicht geben dürfte wenn unsere Physik stimmt. Es bezeichnet einen Raum, der frei jeder Energie ist, also auch frei jeder Materie. Gibt´s eigentlich nur als Denkmodell. Scheint aber auch physikalisch möglich zu sein, wenn man mal alles Bekannte nicht so ernst nimmt und einfach schaut, was da draußen passiert. Jetzt zum Beispiel. Die Meteoriten rasen mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit auf uns zu. Keine Ahnung, warum die so schnell sind, aber nehmen wir´s mal hin. Auf  jeden Fall sind sie momentan in einer anderen Zeit als wir. Das Raumloch sollte dafür verantwortlich sein. So Svendes Theorie. Je größer das Loch ist, um so sicherer sind wir.“

„Wir groß ist denn so ein Loch?“

„Kann leider nicht bestimmt werden!“

„Ich meine, mal so Größenordnungsmäßig. Wie ein Sockenloch? Wie ein Golfloch? Ein Meter? Tausend Kilometer?“

„Kann ich dir nicht sagen! Das Wesentliche ist, dass es begrenzt ist. Sind wir aus seinem Einflussbereich raus, ist´s aus.“

„Haha“

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