Die Ebene 61


Jetzt wird sich die Leserin sicher fragen: Warum muss ich diesen Nichts sagenden Dialog ertragen? Nun es geht darum, zu zeigen, wie unterschiedlich Sylvia und ich die Welt wahrnehmen. Schließlich hat sie mir im Schwimmbad zugeraunt, dass Ben interessante Dinge in Erfahrung gebracht habe. Das klang sehr überzeugend und ich muss zugeben, dass sogar ich ein wenig neugierig  war, zu erfahren, was Ben so alles weiß. Natürlich hat mich meine Eifersucht davor bewahrt, allzu wissbegierig zu sein. Zu sehr schreckte mich das Bild eines Geheimnisse ausplaudernden 1. Offiziers auf Sylvias Bettkante ab. Jetzt komm ich mir vor, wie ein Idiot und frage mich ob Sylvia wirklich so smart ist, wie ich immer denke. Denn, dass der ganze Quatsch hier abgezogen wird, damit irgendein Idiot oder Idiotenhaufen besser da steht als der Rest, war für mich immer so klar wie Kloßbrühe. Jeder, der also überrascht ist, dass die Militärs ihre Finger im Spiel haben, ist für mich ein Trottel. Sylvia zum Beispiel. Es ist zum Kotzen. Was soll ich nur machen? Einschlafen. Zum Beispiel. Ich träume von einer friedlichen Welt, in der die Panzer rosa angemalt sind und Blumen verschießen. Als eine ältere Dame von Geranien getroffen zu Boden sinkt und jemand verzweifelt versucht sie wieder zu beleben wache ich auf. Die Panzerbesatzung hätte vielleicht Tulpen nehmen sollen? Geht es mir noch durch den Kopf. Danach bin ich erst mal wach. Mir gehen eine Reihe Fragen durch den Kopf, die ich bald beantwortet haben möchte.

Über dieebene

tv-autor, journalist, filmemacher
Dieser Beitrag wurde unter Die Ebene abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.