Die Ebene 57


Acht Tage sind seit meiner kalten Dusche vergangen. Da hab ich eine Menge verpasst. Auch gut. Der Antrieb sollte in Ordnung sein. Vielleicht haben sie sogar ihre vermaledeite Weltformel gefunden und Ben ist fertig. Ben! Ich erkundige mich:

„Was ist mit Ben? Wie geht’´s ihm?“

„Ben schläft. Er ist eigentlich seit Tagen fertig und wir wollten ihn schon aus der Nährlösung entlassen. Doch dann haben wir doch Schiss bekommen. Wie gesagt, ich bin keine echte Medizinerin und da wollte ich ein bisschen Zeit schinden. Auch Ben war der Gedanke dann nicht mehr geheuer und wir haben uns für einen künstlichen Schlaf entschieden. Nach allem was ich gefunden habe, war es das Beste für ihn.“

Wenn ich nicht ein bisschen zu ehrgeizig gewesen wäre. Anscheinend haben sie von meinem kleinen Experiment nichts mitbekommen oder es nicht kapiert. Fakt ist, dass Ben auch im Schlaf weiter wachsen wird. Wenn er Pech hat, sieht er bald aus wie eine Mischung aus Conan der Barbar und dem Michelinmännchen.  

„Da müssen wir uns bald drum kümmern. Sogar sehr bald. Ich hab nämlich einen Fehler bei Ben gemacht…“

und dann sprudelt es aus mir raus. Keine Ahnung, warum?. Ist vielleicht meiner plötzlichen Heilung zu verdanken. Die drei schauen mich etwas verdutzt an, doch anders als ich erwartet habe schimpfen sie nicht.

„Gut, erstmal musst du fit werden, dann kannst du dich um Ben kümmern. Seine Situation ist doch nicht lebensbedrohlich. Oder?“

„Wenn alles so läuft, wie geplant, dann sollte es keine Probleme geben.“

Jetzt wird Sylvia doch ein bisschen giftig.

„Keine Probleme geben? Du spinnst doch! Ich bin sicher, dass Ben das anders sieht.“

Sie anscheinend auch.

„Bin ich mir nicht so sicher,“ gifte ich zurück. „Auf jeden Fall werde ich mich drum kümmern.“

Sylvia blickt mir kurz in die Augen und schiebt ab. Ob sie beleidigt ist, kann ich nicht sagen. Ich schaue auf die Anzeigen. Sieht gar nicht so schlecht aus. Trotzdem muss gecheckt werden, was mit meinem Magen los ist. Ich bitte Maria darum. Schneller als ich erwartet habe gibt sie mir die kleine Sonde. Ich schlucke sie und wir schauen uns die Bilder aus meinem Magen an. Sieht nicht grade gut aus. Werde die nächsten Tage auf feste Nahrung verzichten. Immerhin finden wir nichts, dass mir Angst macht. Ich sage Maria das und wir entscheiden, dass ich mich noch ein paar Minuten ausruhen soll. Dann will ich aufzustehen.

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